Fernweh

Dunkel
wie der Prinz
in meinem Arm
mystisch
im Sonnenlicht
die flirrende Luft
ein Hauch
unserer Lust
an meinen Lippen
das Ebenholz
des afrikanischen Souvenirs.

© Alessandra Mancinelli 05.06.2002

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Selt-Same

Es fällt mir schwer in deinem Gold
zu denken, das Kalte wärme mich
wie eine Katze auf dem heißen Dach.

So oft ich in den Regen trete, so oft
ich zwischen den Tropfen stehe,
umso zäher wird mein Wille.

Ich bin der Sirup in deiner Fliegenfalle.

Lass deine Pracht für die Nacht, die
mich versengt, mit all meinen Namen
die du stöhnend rufst und höre –

du wirfst Schlingen in meinen Mund.

Die Tage streichen meinen Schatten
wie ich die Zahlen vom Blatt trenne,
doch insgeheim singe ich für mich

seltsame Lieder, sie garen rostfarben und rot.

© Alessandra Mancinelli 12.01.2004

Pas de deux

Freiheitskarte auf das Parkett geworfen
Absätze dröhnen unterschiedlich
kriecht man zu Amor Brujo
und klopft sich den Staub
vom schwarzen Stoff.

Sündhafte Gedanken schwirren
wie die letzten Jammergeigen
in verlorene Ohren.
Jemand lüftet seinen Hut
nicht ungalant
die Blicke im Ausschnitt
verlieren sich in der Tiefe.

© Alessandra Mancinelli 27.03.2005