Ich lege meinen Tag

Ich lege meinen Tag und meine Kleider
auf den einsamen Stuhl meiner Sprache,
meine Gesten und mein Lachen werfe ich
wie weiße Kieselsteine
auf den weiten Weg der Dunkelheit
und dort unter dem Lapachobaum,
warte ich auf dich, an der Stelle
wo seine Zweige so edel wie zwei Arme
dem Mond entgegenschimmern.

© Alessandra Mancinelli 04.03.2002

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Gehzeiten

Meine Füße schlafen im Mohn,
es wird spät, der Boden bricht auf.
Mich blinzelt das Auge
einer Blindschleiche an.

Die Nacht kriecht wie Lava,
Du krönst Deinen Mund
und spinnst mein Herz zu Gold.
In meinen Armen – streichelt das Feld.

Der Morgen läuft kalt,
mit arktischen Augen
flehe ich Dich an
und kose Deine harte Haut.

Der Tag steht über dem Feld
wie eine Vogelscheuche.
Du windest Dich fort –
aber sie, sie geht wie ein Gott.

© Alessandra Mancinelli 26.06.2010